Was ist das KA-AZG?
Für die meisten Arbeitnehmer:innen in Österreich gilt das Arbeitszeitgesetz (AZG). Für Krankenanstalten hat der Gesetzgeber ein eigenes Gesetz geschaffen, weil dort rund um die Uhr gearbeitet wird und lange Dienste über Nacht zum regulären Betrieb gehören. Als Turnusarzt in Wien arbeite ich selbst jeden Monat nach diesen Regeln. Dieser Beitrag stellt sie vollständig und mit Paragraphenangaben dar, verständlich auch ohne juristische Vorbildung.
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
Die zentralen Grenzen des KA-AZG im Überblick. Jede Zeile wird in den folgenden Abschnitten erläutert.
| Regel | Grenze | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Tägliche Höchstarbeitszeit | 13 Stunden | § 3 KA-AZG |
| Verlängerter Dienst (nur mit Betriebsvereinbarung) | max. 25 Stunden | § 4 KA-AZG |
| Verlängerte Dienste pro Monat | Ø 6 über 17 Wochen, per Betriebsvereinbarung bis 8 | § 4 Abs 5 KA-AZG |
| Wochenarbeitszeit im Durchschnitt | 48 Stunden (über 17 Wochen) | § 3 / § 4 KA-AZG |
| Einzelne Woche | bis 60 h, mit verlängerten Diensten bis 72 h | § 3 / § 4 KA-AZG |
| Opt-Out (befristet bis 30.06.2028) | Ø bis 52 Stunden | § 4 Abs 4b, § 11b KA-AZG |
| Tägliche Ruhezeit | mind. 11 Stunden | § 7 Abs 1 KA-AZG |
| Ruhezeit nach einem 25-Stunden-Dienst | 23 Stunden | § 7 Abs 3 KA-AZG |
| Wochenruhe | 36 Stunden | §§ 3, 4 ARG, § 7a KA-AZG |
Wie viel Ruhe Ihnen nach einem bestimmten Dienst zusteht, berechnet der kostenlose KA-AZG-Ruhezeit-Rechner, direkt im Browser und ohne Datenübertragung.
Für wen gilt das KA-AZG?
Das KA-AZG gilt für Beschäftigte in Krankenanstalten. Dazu zählen neben Spitälern auch Pflegeanstalten für chronisch Kranke, Sanatorien und selbständige Ambulatorien wie Röntgeninstitute, unabhängig davon, ob der Träger öffentlich oder privat ist (§ 1 KA-AZG). Maßgeblich ist nicht der Dienstvertrag, sondern die Tätigkeit:
- Erfasst sind alle, die einen Gesundheitsberuf ausüben: Ärzt:innen vom Turnusarzt bis zur Primaria, Gesundheits- und Krankenpflege, Hebammen und medizinisch-technische Dienste. Dazu kommen Beschäftigte, deren Arbeit für den ununterbrochenen Betrieb der Krankenanstalt erforderlich ist.
- Nicht erfasst sind leitende Dienstnehmer:innen mit maßgeblichen Führungsaufgaben, etwa die ärztliche Direktion, sowie Jugendliche unter 18 Jahren. Für sie gilt das strengere Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz (KJBG).
Zur Abgrenzung: Wer in der Ordination einer niedergelassenen Ärztin oder eines niedergelassenen Arztes angestellt ist, fällt in der Regel nicht unter das KA-AZG, sondern unter AZG und ARG (siehe Abgrenzung unten). Anders ist es im selbständigen Ambulatorium: Es ist eine Krankenanstalt, daher gilt dort das KA-AZG für alle Gesundheitsberufe.
Höchstarbeitszeit: 13, 48 und 60 Stunden
Ohne verlängerte Dienste: die Grundregeln
Das KA-AZG setzt drei Grenzen, die gleichzeitig gelten (§ 3 KA-AZG):
- Die Tagesarbeitszeit darf 13 Stunden nicht überschreiten.
- Die Wochenarbeitszeit darf im Durchschnitt eines Durchrechnungszeitraums von 17 Wochen höchstens 48 Stunden betragen.
- In einzelnen Wochen sind bis zu 60 Stunden zulässig.
Diese Grenzen gelten nebeneinander, nicht wahlweise. Das wird in der Praxis häufig übersehen. Eine 60-Stunden-Woche ist nur zulässig, wenn der Durchschnitt über den gesamten Durchrechnungszeitraum trotzdem bei höchstens 48 Stunden liegt. Folgen mehrere 60-Stunden-Wochen aufeinander, müssen die Stunden in den folgenden Wochen ausgeglichen werden. Andernfalls ist der Plan rechtswidrig, auch wenn keine einzelne Woche die 60-Stunden-Grenze überschreitet.
Wie lange darf man am Stück arbeiten?
Im Regelfall 13 Stunden. Als verlängerter Dienst sind bis zu 25 Stunden zulässig, sofern eine Betriebsvereinbarung das vorsieht. Danach muss eine verlängerte Ruhezeit folgen: Nach einem 25-Stunden-Dienst sind es 23 Stunden, bevor der nächste Dienst beginnen darf.
Verlängerte Dienste: bis zu 25 Stunden am Stück
Als verlängerter Dienst gilt ein Dienst von mehr als 13 Stunden. Im Spital ist das meist der Tagdienst mit anschließendem Journaldienst, also dem Nacht- bzw. Bereitschaftsdienst im Haus, und der Übergabe am nächsten Morgen. Das KA-AZG lässt solche Dienste nur unter bestimmten Voraussetzungen zu (§ 4 KA-AZG).
Voraussetzung: Betriebsvereinbarung
Verlängerte Dienste sind nur zulässig, wenn eine Betriebsvereinbarung sie ausdrücklich vorsieht. In Krankenanstalten einer Gebietskörperschaft mit Personalvertretung tritt an ihre Stelle das Einvernehmen mit der Personalvertretung. Fehlt diese Grundlage, gilt die 13-Stunden-Grenze ohne Ausnahme.
Die Grenzen im Detail
- Dauer: höchstens 25 Stunden je Dienst (§ 4 Abs 4 KA-AZG).
- Anzahl: innerhalb eines Durchrechnungszeitraums von 17 Wochen im Schnitt höchstens 6 verlängerte Dienste pro Monat; per Betriebsvereinbarung bis zu 8 (§ 4 Abs 5 KA-AZG).
- Wochengrenzen: Der 48-Stunden-Schnitt über 17 Wochen gilt weiter; einzelne Wochen dürfen mit verlängerten Diensten bis zu 72 Stunden erreichen (§ 4 Abs 4 KA-AZG).
In der Praxis sieht ein solcher Dienst etwa so aus: Dienstbeginn um 07:30 mit dem regulären Stationsbetrieb, ab dem Nachmittag Journaldienst für Station oder Ambulanz, in der Nacht Aufnahmen und Visiten nach Bedarf, um 07:30 Übergabe an das Tagteam. Nach 24 bis 25 Stunden endet der Dienst, und die verlängerte Ruhezeit beginnt.
Ruhezeiten: 11 Stunden täglich, 36 Stunden pro Woche
Die Ruhezeiten sind das Gegenstück zu den Arbeitszeitgrenzen. An ihnen scheitern Dienstpläne in der Praxis am häufigsten.
Ruhepausen während des Dienstes
Dauert die Tagesarbeitszeit mehr als 6 Stunden, ist sie durch eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten zu unterbrechen (§ 6 KA-AZG). Das gilt auch an Tagen mit vollem Ambulanzprogramm. Fällt die Pause regelmäßig aus, liegt ein organisatorisches Problem vor, das der Dienstgeber zu lösen hat.
Tägliche Ruhezeit: mindestens 11 Stunden
Nach dem Ende jedes Dienstes ist eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden zu gewähren (§ 7 Abs 1 KA-AZG). Ununterbrochen bedeutet: Ein Einsatz im Haus während der Ruhezeit unterbricht sie, die 11 Stunden beginnen danach von neuem.
Längere Ruhezeit nach verlängerten Diensten
Nach einem verlängerten Dienst verlängert sich die unmittelbar folgende Ruhezeit um die Stunden, die der Dienst über 13 Stunden hinausging, mindestens aber um 11 Stunden (§ 7 Abs 3 KA-AZG). Schon nach einem 14-Stunden-Dienst sind also 22 Stunden Ruhe einzuhalten, nach einem 25-Stunden-Dienst 23 Stunden.
Wochenruhe: 36 Stunden
Zusätzlich zur täglichen Ruhezeit gilt das Arbeitsruhegesetz (ARG): grundsätzlich eine Wochenendruhe von 36 Stunden, die spätestens am Samstag um 13:00 Uhr beginnt, und für alle, die am Wochenende Dienst haben, eine Wochenruhe von 36 Stunden, die einen ganzen Wochentag einschließt (§§ 3 und 4 ARG). Im Spital können Kollektivvertrag, Betriebsvereinbarung oder Personalvertretung davon abweichen (§ 7a KA-AZG): Die Wochenruhe darf dann in einzelnen Wochen kürzer ausfallen oder ganz entfallen, wenn in einem festgelegten Zeitraum im Schnitt 36 Stunden erreicht werden. Angerechnet werden dabei nur Ruhezeiten von mindestens 24 Stunden.
Ruhezeit nachrechnen
Dienstbeginn und Dienstende eingeben, die zustehende Ruhezeit und den frühesten nächsten Dienstbeginn ablesen. Kostenlos und ohne Datenübertragung, die Berechnung läuft in Ihrem Browser.
Opt-Out: die 52-Stunden-Ausnahme bis Mitte 2028
Vom 48-Stunden-Schnitt gibt es eine befristete Ausnahme, das Opt-Out (§ 4 Abs 4b KA-AZG). Eine Betriebsvereinbarung kann zulassen, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bis 30.06.2028 bis zu 52 Stunden beträgt. Die frühere Stufe von 55 Stunden ist mit 30.06.2025 ausgelaufen. Seither gelten 52 Stunden als Obergrenze; mit Ablauf der Frist endet die Ausnahme.
Die Voraussetzungen sind bewusst streng:
- Die Dienstnehmerin oder der Dienstnehmer muss im Vorhinein schriftlich zustimmen (§ 11b KA-AZG).
- Der Dienstgeber muss ein aktuelles Verzeichnis aller Opt-Out-Zustimmungen führen.
- Wer nicht zustimmt oder die Zustimmung widerruft, darf nicht benachteiligt werden, etwa bei Arbeitsbedingungen, Entgelt, Weiterbildung oder Aufstieg (§ 11b Abs 2 KA-AZG).
Die Zustimmung darf nicht im Zusammenhang mit der Begründung des Dienstverhältnisses stehen (§ 11b KA-AZG). Ein Opt-Out, das gemeinsam mit dem Dienstvertrag zur Unterschrift vorgelegt wird, widerspricht diesem Zweck. Die Zustimmung ist freiwillig. Ein schriftlicher Widerruf ist mit einer Vorankündigung von acht Wochen zum nächsten Durchrechnungszeitraum möglich.
Durchrechnungszeitraum: 17, 26 oder 52 Wochen
Der 48-Stunden-Schnitt wird nicht Woche für Woche geprüft, sondern über einen Durchrechnungszeitraum gemittelt. Dessen Länge hängt von der Rechtsgrundlage ab:
| Wer / wodurch | Zeitraum | Grundlage |
|---|---|---|
| Gesetzlicher Standard | 17 Wochen | KA-AZG |
| Per Betriebsvereinbarung erweiterbar | 26 Wochen | Betriebsvereinbarung (§ 3 Abs 4 Z 1) |
| Ärzt:innen und Spitalsapotheker:innen, aus technischen oder organisatorischen Gründen und nur ohne Opt-Out | 52 Wochen | Betriebsvereinbarung (§ 3 Abs 4 Z 2) |
Verlängert wird der Zeitraum durch Betriebsvereinbarung, nicht durch den Kollektivvertrag. In Krankenanstalten einer Gebietskörperschaft mit Personalvertretung tritt an ihre Stelle das Einvernehmen mit der Personalvertretung (§ 3 Abs 5 KA-AZG). 52 Wochen und Opt-Out schließen einander aus: Lässt die Betriebsvereinbarung ein Opt-Out zu, beträgt der Zeitraum höchstens 26 Wochen.
Ein längerer Durchrechnungszeitraum erlaubt höhere Spitzen, aber keinen höheren Schnitt. Ein Beispiel: Nach 13 Wochen mit je 56 Stunden bleiben bei 17 Wochen Durchrechnung nur 4 Wochen für den Ausgleich, mit durchschnittlich 22 Stunden. Bei 52 Wochen verteilt sich derselbe Ausgleich auf 39 Wochen mit gut 45 Stunden. Der Nachteil: Überschreitungen werden erst spät sichtbar, wenn der Ausgleich kaum mehr möglich ist. Der laufende Schnitt sollte deshalb für jede Person fortlaufend kontrolliert werden. Monkaru führt ihn für jede Person automatisch mit, mehr dazu weiter unten.
Nachtarbeit: Untersuchungen und Versetzungsrecht
Seit 2002 enthält das KA-AZG eigene Schutzbestimmungen für Nachtarbeitnehmer:innen (§§ 5a–5d KA-AZG). Sie fehlen in vielen Übersichten, betreffen aber alle, die regelmäßig Nachtdienste leisten. Als Nachtarbeitnehmer:in gilt, wer regelmäßig oder in mindestens 48 Nächten pro Kalenderjahr während der Nacht mindestens 3 Stunden arbeitet. Nacht ist die Zeit von 22:00 bis 05:00 Uhr (§ 5a KA-AZG); eine Betriebsvereinbarung kann die Zahl der Nächte abweichend festlegen. Wer regelmäßig Journaldienste leistet, erfüllt diese Voraussetzungen in der Regel.
- Kostenlose Gesundheitsuntersuchungen (§ 5b KA-AZG): vor Aufnahme der Nachtarbeit und danach alle 2 Jahre, ab dem 50. Lebensjahr oder nach 10 Jahren Nachtarbeit jährlich. Für die Beschäftigten entstehen dabei keine Kosten.
- Anspruch auf Versetzung auf einen geeigneten Tagesarbeitsplatz (§ 5c KA-AZG), soweit es betrieblich möglich ist: wenn weitere Nachtarbeit die Gesundheit nachweislich gefährdet oder solange unbedingt notwendige Betreuungspflichten für Kinder bis 12 Jahre bestehen.
- Recht auf Information über wesentliche betriebliche Angelegenheiten (§ 5d KA-AZG), damit Nachtarbeitende nicht von betrieblichen Entwicklungen ausgeschlossen sind.
Vor allem das Versetzungsrecht ist im klinischen Alltag wenig bekannt, obwohl es für Beschäftigte mit kleinen Kindern besonders relevant ist.
KA-AZG, AZG oder ARG: Was gilt für wen?
Arbeitszeit und Arbeitsruhe sind in Österreich nicht in einem einzigen Gesetz geregelt, sondern in dreien. Welches anzuwenden ist, hängt vor allem vom Arbeitsort ab:
| Gesetz | Gilt für | Typischer Ort |
|---|---|---|
| KA-AZG | Gesundheitsberufe und betriebsnotwendige Dienste in Krankenanstalten | Spital, Pflegeanstalt, Sanatorium, selbständiges Ambulatorium |
| AZG | Arbeitszeit der meisten übrigen Arbeitnehmer:innen | u. a. Ordination (angestelltes Personal) |
| ARG | Wochenend-, Wochen- und Feiertagsruhe der meisten Arbeitnehmer:innen | ergänzt AZG und KA-AZG, im Spital mit Abweichungen nach § 7a KA-AZG |
Für Spitalsärzt:innen bedeutet das: Bei der Arbeitszeit geht das KA-AZG als speziellere Regelung dem AZG vor. Das ARG gilt dagegen grundsätzlich auch im Spital; § 7a KA-AZG erlaubt jedoch, die Wochen- und Feiertagsruhe per Kollektivvertrag, Betriebsvereinbarung oder im Einvernehmen mit der Personalvertretung abweichend zu regeln. Für manche öffentlich Bediensteten gilt das ARG nicht (§ 1 Abs 2 Z 1 ARG). Wer vom Spital in eine Ordination wechselt oder an beiden Orten tätig ist, unterliegt dort jeweils anderem Recht.
Aufzeichnungspflichten, Kontrolle und Strafen
Der Dienstgeber muss Beginn und Ende aller Dienste aufzeichnen (§ 11 KA-AZG). Diese Pflicht trifft die Krankenanstalt, nicht die einzelnen Beschäftigten. Die Einhaltung kontrolliert das Arbeitsinspektorat, das Dienstpläne und Arbeitszeitaufzeichnungen einsehen kann.
In außergewöhnlichen und unvorhersehbaren Fällen, etwa wenn die Patientenversorgung sonst nicht sichergestellt wäre, darf vorübergehend von den Grenzen abgewichen werden (§ 8 KA-AZG). Die Abweichung ist dem Arbeitsinspektorat binnen 4 Tagen zu melden. Den 48-Stunden-Schnitt darf sie nur mit schriftlicher Zustimmung der Betroffenen überschreiten.
Verstöße sind Verwaltungsübertretungen. Die Geldstrafe beträgt 218 bis 2.180 Euro, im Wiederholungsfall 360 bis 3.600 Euro (§ 12 KA-AZG), grundsätzlich je betroffener Dienstnehmerin bzw. je betroffenem Dienstnehmer. Verletzt ein Plan systematisch Ruhezeiten, summieren sich die Strafen rasch über die ganze Abteilung.
Was heißt das für den Dienstplan?
Einzeln betrachtet sind die Regeln überschaubar. Schwierig wird es im Stationsalltag, weil mehrere Grenzen gleichzeitig auf denselben Plan wirken. Zwei typische Situationen:
Nach dem Sonntagsdienst. Ein Journaldienst am Sonntag endet am Montag um 08:30. Die Kollegin ist damit den gesamten Montag in Ruhezeit, und auch der Dienstag ist betroffen: 23 Stunden Ruhe bedeuten frühesten Dienstbeginn Dienstag 07:30. Beginnt die Frühbesprechung um 07:15, darf sie daran nicht teilnehmen. Wer den Wochenplan erstellt, muss neben dem Sonntag also auch die Lücke einplanen, die der Dienst am Montag und Dienstag hinterlässt.
Ausfall gegen Monatsende. Drei Kolleg:innen liegen mit ihren verlängerten Diensten bereits an der Grenze von durchschnittlich 6 pro Monat, als eine Kollegin krankheitsbedingt ausfällt. Ihren Journaldienst darf nur übernehmen, wer im 17-Wochen-Schnitt noch Spielraum hat, sofern das Haus die Erhöhung auf 8 Dienste nicht wirksam vereinbart hat. Für werdende Mütter als besonders geschützte Gruppe gelten ohnehin engere Grenzen. Gerade in solchen Situationen, unter Zeitdruck und mit reduzierter Besetzung, entstehen die Planungsfehler, die später bei einer Kontrolle auffallen.
Hinzu kommt: Jede neue Zuteilung muss alle Grenzen zugleich einhalten, und diese reichen unterschiedlich weit zurück.
Ob eine Dienstplansoftware diese Regeln zuverlässig prüft, lässt sich in jeder Vorführung testen. Wie, zeigen die acht Prüffälle für KA-AZG-konforme Dienstplansoftware.
Dienstplanung mit Monkaru
Alle Grenzen im Blick: So prüft Monkaru Ihren Dienstplan
Von Hand heißt das: Bei jeder Änderung rechnet jemand für jede betroffene Person nach. Am aufwendigsten ist der Wochenschnitt. Er reicht Monate zurück, läuft über Monatsgrenzen hinweg und gilt bei Opt-Out mit einem anderen Wert. In einer Excel-Liste bleibt er deshalb meist unsichtbar, bis die Personalabteilung abrechnet.
Monkaru übernimmt diese Rechnungen. Jede Zuteilung wird beim Speichern gegen Ruhezeiten, Wochengrenzen, Wochenschnitt und verlängerte Dienste geprüft, ob sie von Hand entsteht, durch einen Diensttausch, im Besetzungsplan oder durch Auto-Füllen.
- Der Wochenschnitt, je Person
- Monkaru rechnet bei jeder Zuteilung den Schnitt über den Durchrechnungszeitraum nach, den Sie einstellen, ob 17, 26 oder 52 Wochen, über Monatsgrenzen hinweg. Für Personen mit Opt-Out gilt der höhere Wert, genau für den Zeitraum ihrer Zustimmung.
- Ruhezeiten ohne Ausnahme
- Verletzt eine Zuteilung die tägliche Ruhezeit, die längere Ruhe nach einem verlängerten Dienst oder die Wochenruhe, speichert Monkaru sie beim Planen nicht, auch nicht nach einem Diensttausch. Fehlt die längere Ruhe nach der 4-Stunden-Regel, erscheint ein Hinweis.
- Verlängerte Dienste mitgezählt
- Ab welcher Dauer ein Dienst als verlängert gilt, legen Sie fest. Monkaru zählt diese Dienste für jede Person über den eingestellten Zeitraum und meldet sich, bevor der Schnitt überschritten wird.
- Sie bestimmen, wie streng
- Bei Wochengrenze, Wochenschnitt und verlängerten Diensten wählen Sie: zulassen, nachfragen oder sperren. Was Sie zulassen, bleibt im Plan markiert. Auto-Füllen hält alle Grenzen immer ein.
30 Tage kostenlos, ohne Kreditkarte.
Häufige Fragen zum KA-AZG
- Für wen gilt das KA-AZG?
- Für Beschäftigte in Krankenanstalten, die Gesundheitsberufe ausüben, etwa Ärzt:innen, Pflege und Hebammen, sowie für betriebsnotwendige Dienste. Nicht erfasst sind leitende Dienstnehmer:innen und Jugendliche unter 18 Jahren (für sie gilt das KJBG).
- Wie viele Stunden darf man im Spital maximal arbeiten?
- Höchstens 13 Stunden pro Tag und im Durchschnitt 48 Stunden pro Woche über 17 Wochen. Einzelne Wochen dürfen bis zu 60 Stunden erreichen, mit verlängerten Diensten bis zu 72 Stunden (§ 3 und § 4 KA-AZG).
- Wie lange darf ein Dienst im Krankenhaus maximal dauern?
- Ein verlängerter Dienst darf höchstens 25 Stunden dauern und ist nur zulässig, wenn eine Betriebsvereinbarung ihn erlaubt (§ 4 KA-AZG). Ohne diese Grundlage gilt die 13-Stunden-Grenze.
- Wie viele 25-Stunden-Dienste sind pro Monat erlaubt?
- Innerhalb eines Durchrechnungszeitraums von 17 Wochen im Schnitt höchstens 6 verlängerte Dienste pro Monat; per Betriebsvereinbarung bis zu 8 (§ 4 Abs 5 KA-AZG). Für besonders geschützte Gruppen wie Schwangere gelten engere Grenzen.
- Gilt die 29-Stunden-Grenze für Ärzte noch?
- Nein. Die 29-Stunden-Dienste waren eine Übergangsregel für Ärzt:innen und Apotheker:innen und sind mit 31.12.2020 ausgelaufen. Seit 01.01.2021 gilt einheitlich: höchstens 25 Stunden je verlängertem Dienst.
- Was ist das Opt-Out nach dem KA-AZG?
- Eine befristete Ausnahme vom 48-Stunden-Schnitt: Per Betriebsvereinbarung und mit vorheriger schriftlicher Zustimmung darf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bis 30.06.2028 bis zu 52 Stunden betragen (§ 4 Abs 4b, § 11b KA-AZG). Ablehnung darf keinen Nachteil bringen.
- Welche Rechte haben Nachtarbeiter:innen im Spital?
- Wer regelmäßig oder in mindestens 48 Nächten pro Jahr während der Nacht (22:00 bis 05:00 Uhr) mindestens 3 Stunden arbeitet, hat Anspruch auf kostenlose Gesundheitsuntersuchungen sowie, bei Gesundheitsgefährdung oder Betreuungspflichten für Kinder bis 12 Jahre, auf Versetzung auf einen Tagesarbeitsplatz (§§ 5a–5c KA-AZG).
- Wer kontrolliert die Einhaltung des KA-AZG?
- Das Arbeitsinspektorat. Der Arbeitgeber muss alle Dienstzeiten aufzeichnen (§ 11 KA-AZG). Verstöße kosten 218 bis 2.180 Euro, im Wiederholungsfall 360 bis 3.600 Euro, und zwar grundsätzlich je betroffener Dienstnehmer:in (§ 12 KA-AZG).
Quellen und weiterführende Links
- Arbeitsinspektion: Arbeitszeit in Krankenanstalten (die Aufsichtsbehörde erläutert die Rechtslage aus Sicht des Vollzugs).
- RIS: Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (geltende Fassung) (der vollständige Gesetzestext im Rechtsinformationssystem des Bundes).